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Denkmalschutz

Im denkmalgeschützten Stadthaus wohnen, ein altes Bauernhaus wieder instand setzen – das ist für viele ein Traum. Doch die energetische Sanierung von Baudenkmalen und besonders erhaltenswerter Bausubstanz ist aufwändig und mit besonderen Techniken durchzuführen. Die Mehrkosten werden aber durch Förderprogramme häufig wieder aufgefangen.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Bei Baudenkmalen oder im Bereich eines Ensembleschutzes kann von den Anforderungen der EnEV abgewichen werden. Das kann zum Beispiel nötig sein, wenn die Erfüllung der Anforderungen die Substanz oder das Erscheinungsbild des Baudenkmals beeinträchtigen würde, aber auch, wenn die Umsetzung zu einem unverhältnismäßig hohen Aufwand führen würde.

Aber auch ohne Verluste an historischer Bausubstanz können Energieeinsparungen erzielt werden. Zwar bezieht sich der Schutz in der Regel auf das gesamte Gebäude, in der Einzelbetrachtung und nach Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden können jedoch an einzelnen Bauteilen Veränderungen vorgenommen werden. Mittlerweile gibt es außerdem einige technische Alternativen, die sich mit dem Erhalt historischer Bauelemente vereinen lassen. Da die EnEV vor allem Anforderungen an die Gesamtenergiebilanz eines Gebäudes stellt, können schlechte Dämmeigenschaften der Gebäudehülle außerdem durch eine effiziente Anlagentechnik, d. h. der Heizung oder der Warmwasserbereitung, ausgeglichen werden.

Dämmung und Wandfeuchte

Erhaltenswerte Fassaden können meist nur von innen gedämmt werden, damit Sichtfachwerk, Zierstuck, Bauplastik oder Fassadenmalereien erhalten bleiben. Dafür sind besondere Materialien und Verarbeitungsweisen notwendig. (siehe auch S. 17) Häufig ist der Feuchtigkeitsausgleich das größte Problem. Bei nicht schlagregendichten Außenwänden, wie z. B. Fachwerk, ist es wichtig, dass Feuchtigkeit nur kurzzeitig in der Wand verbleibt. Eindringende Nässe durch Witterungseinflüsse von außen oder Luftfeuchtigkeit, die innen entsteht (z. B. in Küche und Bad), muss schnell austrocknen, damit keine Feuchteschäden entstehen. Moderne Innendämmstoffe bilden daher beispielsweise die Feuchteeigenschaften von Lehm nach. Sie können viel Feuchtigkeit speichern und nach und nach wieder an die dann trockene Raumluft abgeben.

Vor allem wenn vorher verdecktes Fachwerk sichtbar gemacht wird, kann es später zu Bauschäden kommen. Hier ist auf die (regional unterschiedliche) Wetterseite zu achten, denn ein Sichtfachwerk ist auf Schlagregen konstruktiv nicht ausgerichtet. In der Vergangenheit war diese Seite eventuell anders geschützt, z. B. durch eine vorgesetzte Fassade aus Ziegel oder Schiefer.

Fördermittel bei erhaltenswerter Bausubstanz

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet für Baudenkmale und für sonstige besonders erhaltenswerte Bausubstanz erleichterte Voraussetzungen für Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen. Das kann auch für eine Immobilie gelten, die nicht als Einzeldenkmal geschützt ist, nämlich dann, wenn sie in einem Sanierungs- oder Erhaltungsgebiet steht, in den Schutzbereich einer Altstadtsatzung fällt, wegen ihres Alters, der Lage, der Materialität oder Gestalt oder aus anderen Gründen zur erhaltenswerten Bausubstanz eines Ortes zählt. Ist das der Fall, dann erhalten Sie von Ihrer Gemeinde oder Stadt eine Bescheinigung, die bei der KfW eingereicht werden muss.

Um Fördergelder der KfW für die energetische Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden zu erhalten, dürfen nur qualifizierte „Energieberater für Baudenkmale“ Bewertungen und Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung durchführen.

Informationen: www.kfw.de (> Privatpersonen >  Bestandsimmobilie > Energieeffizient Sanieren > KfW-Effizienzhaus Denkmal)

Energieberater-Suche: www.energie-effizienz-experten.de 

Genehmigungspflicht

Alle Bau- und Sanierungsmaßnahmen an denkmalgeschützten Gebäuden müssen jeweils im Einzelfall beurteilt werden und sind immer erlaubnis- bzw. genehmigungspflichtig.

Information und Beratung

www.nuernberger-land.de (> Verwaltung und Bürgerservice > Bauen und Umwelt > Bauleitplanung, Denkmäler, Bauordnung > Untere Denkmalschutzbehörde)

Denkmalschutz Technik, Landratsamt Nürnberger Land

Waldluststraße 1, Lauf a.d.Pegnitz Lauf a.d.Pegnitz
Wolfgang Werthner
09123/950-6495
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Denkmalschutz Zuschüsse, Landratsamt Nürnberger Land

Waldluststraße 1, 91205 Lauf a.d.Pegnitz
Sonja Lorenz
09123/950-6250
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